nach langer, langer, langer zeit bin ich heute auf "aufholjagd".
einen abend verbringen mit blogs-durchstöbern.
zig posts durchlesen aus denen die lebens-veränderungen rasseln:
geburt.
tod.
liebe.
ärger.
wieder-anknüpfen an altbewährtes.
jahreszeitenwechsel.
gestochen scharfe fotos.
umzug in eine fremde stadt.
kreatives.
gestricktes.
genähtes.
gehäkeltes.
geperltes.
mit den händen vollbrachtes.
geschriebenes.
von frau, kind und mann.
privates.
intimes.
nachdenkliches.
warme worte.
hin und wieder einen meiner seltenen kommentare verfassen.
ein hallo-ich-hab-hier-mitgelesen.
und dann worte schreiben wie diese:
zu sich selber stehen.
zu seinen eigenen schwächen und stärken.
eine grenze ziehen, wenn's einem zu bunt wird.
riskieren, verständnis oder unverständnis oder beides zu ernten.
und machmal den kopf schütteln über die narretei der welt, der äußeren wie der inneren.
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wenn ich ein resümee der inneren welt meiner vergangen tage des was-das-bloggen-mit-sich-bringen-kann ziehe, dann auch dies:
das darf sein:
sich ärgern.
sich aufregen.
sich verletzt fühlen.
sich angegriffen fühlen.
als wäre da eine wand mit der ich spreche.
als wäre da ein loch.
weil es auch so ist:
dass sich ein anderer mensch über mich ärgert.
sich über mich aufregt.
sich von mir verletzt fühlt.
sich von mir angegriffen fühlt.
als wäre da eine wand mit der der andere mensch spricht.
als wäre da ein loch.
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und die erkenntnis, dass ich von mancher linkliste gestrichen worden bin.
aha.
ich schreibe trotzdem ein hallo.
oder gehe still von dannen.
und die altbekannte bittere erkenntnis, dass bestimmt die meisten von euch glauben, sie wären von meiner herzens-liste gestrichen worden.
ach, wenn ihr wüsstest, wieviel ich in gedanken mit euch spreche ...
ich glaub', so mancher wäre angst und bang.
und verwundert und froh und erleichtert und aha-mund-geformt.
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hiermit gebe ich ein inserat auf:
heinzelmännchen wird ab sofort eingestellt.
kost (soviel wie erwünscht)
und logis (bitte sich eine ritze zu suchen) gratis.
dann:
ja, dann schreibe ich ellenlange e-mails.
seitenlange briefe.
mitteninsherz-kommentare zuhauf.
verschicke päckchen in alle winde.
und lese endlich mal die heutige zeitung.
natürlich hat alles einen haken ... für das heinzelmännchen meine ich:
hier gibt's ab und zu ohrenschlackerndes kindergeschrei.
dazu wehmütige gefährten-f.-arien.
beides ebenfalls zum nulltarif.
wer mag?
Freitag, 6. November 2009
friday night.
Donnerstag, 5. November 2009
between.
morgens lag der nebel im tal.
aufgestanden und die jalousien geöffnet.
der tägliche blick wandert über den spielplatz, die parkenden autos, die straßen und die einfamilienhäuser mit den kaminen, aus denen rauch aufsteigt.
über felder und wiesen führt die sicht bis hinauf an den waldrand mit dem baumwipfelsaum.
da, ganz oben, hängen im herbst stets die nebelfetzen darüber, das dunkle band am horizont erhellend.
heute fing der dunst bereits vor dem fenster an.
ich hob iris hoch, damit sie sehen kann, wie das aussieht, wenn der herbstnebel das haus umfängt.
mittags - wie meistens - kam die sonne durch.
hier oben im hügelland ist das so.
zuerst buuuhhh, dann aaahhh!
und wenn wir mit dem auto richtung süden fahren, dann ist es umgekehrt.
die sonnenplätze werden immer weniger bis sie ganz verschwinden, und die großstadt in eine dumpfe nebelwolke eingehüllt ist.
nachmittags gegen 17 uhr ist es finster.
die abendlichen pendler-autos kehren mit gelben lichterkegeln heim in den norden.
das geschäftige treiben in unserer kleinstadt weicht nun einem lautlosen still-sein.
es ist herbst.
fast winter.
abends ist es in unserem haus sehr, sehr ruhig.
ruhig für die große anzahl der bewohnerInnen, die hier wohnen.
die straßenlaternen brennen und einige wenige viereckig-erleuchtete fenster erstrahlen in der finsternis.
und dazwischen ...
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wenn ich daran denke, dass ich höchst ungern aufs land zurückkehren wollte, dann wird mir bewusst, dass ich mich trotzdem wieder gut eingelebt habe.
das wissen, dass ein anderes leben ebenfalls möglich ist, ist da.
die sehnsucht nach etwas verlorenem hat ihren platz in meinem herzen eingenommen.
einen platz, der mir trotz alledem genug raum gibt.
raum für das leben, das ich gewonnen habe.
mit fast vierzig stehen viele wege offen.
anders als wenn ich fast neunzig wäre wie unsere alleinlebende nachbarin in unserem stockwerk.
mit fast vierzig ist bereits so unendlich vieles gelebt und erlebt.
so viele wunden und so viel schönes und so viele abenteuer und so viel unglaubliches, was im nachhinein betrachtet mich noch immer zum staunen bringt.
dass es das gibt, dass EIN mensch das alles erleben kann.
besonders im letzten jahrzehnt in der großstadt habe ich mit wahnsinnig vielen menschen lose und enge und sehr enge beziehungen geführt.
da ist es kein wunder, dass durch den umzug diese versickerten, und das blogführen und die sich daraus ergebenden freundschaften und kontakte ein intensives lebenszeit-raumausmaß angenommen haben.
mit fast vierzig sind manche wege verschlossen.
zu.
unbegehbar in diesem leben.
mit fast vierzig kann ich mich noch immer furchtbar ärgern.
ich kann mit einer wildheit meine sätze ausspeien.
wie ein drachenweib.
und wer mir dabei zuschauen würde, der würde sich wahrscheinlich todlangweilen bei dieser anscheinenden stoischen gelassenheit und ruhe, mit der ich mit meinen fingern die tasten zum tanzen bringe.
es gab mal zeiten, da glaubten so manche menschen, dass ich ein totaler verstandesmensch sei.
wenn sie mich näher kennenlernten, dann waren sie fast ein bisserl geschockt, WELCHEN gefühlsmenschen sie da vor ihrer nase sitzen hatten.
in erinnerung daran muss ich noch heute lachen.
meine heftigkeit erfahren alle, die eng mit mir in kontakt stehen.
ich bezeichne diesen teil meines temperaments lieber mit "leidenschaft".
dieses wort sagt meiner meinung nach schon alles.
dass muss auch mal einer aushalten.
und ich mit mir sowieso.
wenn ich schreibe, dann bin ich mit unglaublich viel leidenschaft angefüllt.
da pocht und pulsiert alles in mir.
ohrenbetäubend.
da kann ich mich noch so sehr bemühen, cool und lässig dabei auszusehen, als würde ich etwas so alltägliches vollführen wie den geschirrspüler einzuschalten.
also lasse ich das gleich mit diesem sinnlosen bemühen, über alles und jedes bescheid zu wissen.
ein weißes blatt kann sowas von einem purzelbaum an gefühlen auslösen.
und mit fast vierzig lasse ich mich noch immer ein auf sowas unbekanntes, als würde ich schritt für schritt ein unwegsames gelände durchkämmen.
wer selber schreibt, dem brauche ich wohl nichts weiter erklären.
und dazwischen ...
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morgens.
mittags.
abends.
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die betten gemacht.
die jalousien hochgezogen.
das wc geputzt.
das bad geputzt.
einen waschkorb trockener wäsche in die kästen verteilt.
aufgeräumt.
die kastanien - von iris über den ganzen küchenboden verstreut - eingesammelt.
das werbematerial der letzten tage aussortiert und zum altpapier gelegt.
eine suppe gekocht.
den halben kühlschrank geputzt.
abgewaschen.
gegessen.
wäsche gewaschen.
den nächsten waschgang für morgen vorbereitet.
mit papa auf die post gefahren wegen seinem neuen internetanschluss.
mit ihm ins kleidergeschäft gefahren, und ihm drei hosen ausgesucht.
inklusive hemd.
inklusive rotem mantel für iris.
einen riesenkorb trockener wäsche vom dachboden geholt.
die gewaschene wäsche dort aufgehängt.
gefährten f. das abendessen bereitet.
bei mama abgewaschen und die küchenfliesen geputzt.
unsere küche nochmals aufgeräumt.
nochmals abgewaschen.
den geschirrspüler eingeräumt und eingeschaltet.
das spielzeug dort hingelegt, wo es hingehört.
die stiefmütterchen gegossen.
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und dazwischen ...
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musik gehört.
nachrichten angeschaut.
mit der nachbarin im stock über uns geplaudert.
sechs oder sieben reihen an meinem neuen schal gestrickt.
die zeitung blieb heute ungelesen.
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und dazwischen ...
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iris gefüttert.
angezogen.
ausgezogen.
umgezogen.
gewickelt.
alles x-mal.
mit ihr bilderbücher geschaut.
mit ihr mittags geschlafen.
mit ihr getanzt.
gesungen.
durch die luft gewirbelt.
hochgehoben.
alles x-mal. (außer dem mittagsschlaf)
ihr tee gemacht.
mit ihr fangen gespielt.
die haare gekämmt.
das zahnbürstchen gereicht.
händchen gewaschen.
gesichtchen gewaschen.
tupf-tupf-tupf-gemacht (= gesicht eingecremt).
(fast) alles x-mal.
sie getröstet, wenn sie sich wieder mal den kopf angeschlagen hat.
oder hingefallen ist.
oder vor ungeduld wütend wurde.
geknuddelt.
alles x-mal.
und schimpfen.
und loben.
und lachen.
und erklären.
und bussis verteilen.
und sie kitzeln.
und diese "und's" x-x-x-x-x-mal vollführt.
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und dazwischen also von morgens bis abend so ganz alltägliches.
denn das könnte genauso gestern passiert sein.
oder morgen.
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und wenn meine zwei endlich erschöpft vom langen tag einschlafen, dann herrscht da eine ruhe und stille.
die gehört mir.
mit einer tasse tee.
und einem geschirrspüler, der piepst, weil er ausgeschaltet werden will.
morgen ist auch noch ein tag.
zum ausräumen.
und für all die anderen so ganz alltäglichen dinge.
und insbesondere für iris, die mir schon jetzt meine ohren vollplappert, dass sie abends bestimmt einen zentimenter größer geworden sind.
in dieser ruhe und stille tippe ich diese zeilen.
und wenn ich damit fertig bin.
dann bin ich viel zu aufgewühlt als dass ich mich um viertel über zehn schlafen legen könnte.
dann ist es hier so schön ruhig und still, dass ich unbedingt noch eine weichen wollfaden in meinen händen halten will.
bis ich müde bin.
bis ich spüre, dass es so gut ist.
nach diesem tag.
weil iris dann nachts ihren tee braucht.
wiel ich davor eh nichts schlafen würde.
und ich werde ihn ihr herrichten und ihr bringen.
ihr über die wange streicheln und ihr ein busserl geben.
und mich an sie rankuscheln.
sie zudecken.
gefährten f. ein busserl geben.
ihn damit aufwecken und froh sein, dass er gleich weiterschläft.
oder ihn angrinsen, wenn er vor mitternacht haarverwuschelt seinen labtop aufsucht.
sich einen tee macht.
mit schlafmüder stimme zu mir spricht.
und weiterschläft.
und iris braucht ihren tee.
und ein paar tröstende worte.
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und morgen ist ein neuer tag.
ganz alltäglich.
ganz gewöhnlich.
und ganz aufregend.
und ganz neu.
wie ein weißes blatt papier.
Mittwoch, 4. November 2009
sometimes.
ACHTUNG: dies ist ein ärger-post.
nur lesen mit einer warnweste gegen ungustln.
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manchmal öffne ich meine e-mail-box und lese eine nachricht an mich, von einer unbekannten geschrieben, von einer noch-nie-dagewesenen, und ich bin einerseits etwas betroffen über all die geschriebenen worte.
und andererseits wundere ich mich schon, WELCHE missverständnisse und reaktionen das bloggen hervorruft.
bevor ich irgendeine weitere zeile schreibe:
NEIN, von gefährten f. bin ich NIE geschlagen worden.
und nach über dreijähriger beziehung sind wir uns noch immer treu geblieben.
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DANKE für eure kommentare.
für das große vertrauen.
für das erzählen intimer dinge.
für das von-euch-erlebte.
ich schätze es sehr, wenn mir eine frau erzählt/schreibt, WIE sie ihr leben meistert.
OHNE mir einen stempel aufzudrücken, wie ich das meinige zu leben habe.
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ich liebe das schreiben.
und ich liebe es, mich als jemanden zu erleben, schreib-wortlos auszukommen.
da bleibt viel raum.
raum, dass die dinge sich setzen.
klarer werden.
eine form bekommen.
und ich liebe es, wieder und wieder zu erfahren, dass schreibpausen mir kraft geben, und die neuen worte sprudeln.
aufregung und spannung und erleichterung und lust und laune.
und freude.
und liebe.
alles halt.
und jetzt sitze ich da:
und so wie vor einem jahr frage ich mich, ob ich hier im blog wirklich weitermachen soll.
ich schreibe gern.
und oft und oft "vergesse" ich, dass hier menschen mitlesen, die mich alleine durch meine worte kennen.
ich will ja bloß aus meinem leben berichten.
die hochs.
die tiefs.
die phasen des so-ist-der-tag-heute.
mit herz-blick.
das hat sich so entwickelt, dass - für mich - wichtige dinge hier eingeflossen sind.
viel privates.
auch und gerade weil es mir zuwenig ist, einen reinen handarbeitsblog zu führen.
da käme ich mir seltsam vor.
und noch seltsamer käme ich mir vor, würde ich über sachen schreiben, die weit weg von meinem herzen liegen.
das könnte ich bestimmt, doch diese lebenszeit will ich lieber anders verwenden.
es gab und gibt so unglaublich viel positives, das ich durch das bloggen erfahren habe.
und auch sonderbares.
heute wurde mir mal wieder bewusst, dass mir manchmal etwas entgegenschlägt, auf das ich gern verzichten kann.
neid, missgunst, ignoranz, verbale seitenhiebe, unehrlichkeit ... wenn ich sage, dass dies "offen ersichtlich" ist ... nein, mehr ein "hinter-dem-rücken-gefühl und zwischen-den-zeilen-lesen".
man mag mich paranoid halten.
deswegen.
doch ich traue meinen gefühlen.
und wenn ich schreibe, dann fließen die worte einfach aus mir heraus.
dafür kann ich nichts.
und so wie jemand einen blumenstrauss bindet, form und farbe und proportionen zurechtrückt, bis "es passt", so schreibe ich meine worte.
weil ich hoffe, dass es die eine oder andere gibt, die mein erlebtes nachvollziehen kann und für sich selbst ihren weg geht, im wissen, dass es noch einen anderen menschen gibt.
manchmal habe ich das gefühl, mich für elendvieles rechtfertigen zu müssen, und im gelebten leben ist das sowieso realität.
sehr, sehr oft spüre ich, dass ich mir allzuviele gedanken über die gedanken anderer mache, und auch dies ist im gelebten leben realität.
wenn ich schreibe, dann nehme ich mir zeit.
zeit ... ganz alleine für mich.
etwas, das mit gefährten f. und töchterchen eine rarität geworden ist.
wenn ich mich für mein geschriebenes auch noch rechtfertigen muss, dann finde ich das laff.
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wenn ich mich freue, dann freue ich mich.
wenn mir die verzweiflung und die tränen näher sind als das lachen, dann schreibe ich das auch.
wenn ich mich ärgere, dann ärgere ich mich.
auch wenn ich weiß, dass ich darüber einmal - nämlich über mich selbst - den kopf schüttle.
gerade weil ich spüre, dass das, was mich ärgert eine wunde berührt.
da geht's weiter.
da kann dann viel verheilen.
und abgesehen von all dem:
ob ich hier schreibe
und was ich hier schreibe
und wie ich hier schreibe:
ich mache sowieso das, was ich will!
gefährte f. kann davon ein lied singen.
was heisst lied.
arien bitte sehr.
manchmal kommt von manchen menschen eine ungute energie rüber, die offensichtlich zuviel davon haben und glauben, diese wäre bei mir gut aufgehoben.
ach, buddelt euch doch damit selber ein!
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so, jetzt hab' ich mich ausgeärgert und guck' nach meinen zwei schlafenden dickköpfen und stricke an den bettsöckchen für das töchterlein weiter.
Donnerstag, 22. Oktober 2009
the darkness of a day.
ein paar tage geht es gut.
dann wieder der gleiche schmarren.
und abermals eisiges schweigen.
vogel-strauss-methode, bei der mir übel wird.
das schlimmste ist, dass iris bereits zuviel mitbekommt.
an tagen, so wie heute, voller dunkelheit, verzweifle ich daran.
sie ist zu klein, um dies alles zu verstehen.
und wer blickt hier wirklich durch?
jede/r beharrt auf ihre/seiner meinung.
ein teufelskreis, der sich immer schneller zu drehen beginnt.
der bereits vor zwei jahren begonnen hat.
welcher noch vor der entstehung von iris mit voller wucht eingeschlagen hatte.
im grunde bin ich nie darüber hinweggekommen.
von außen betrachtet erscheint bestimmt alles recht einfach.
doch wer sich innen bewegt, erfährt eine eigene perspektive.
ich vergleiche mit gelebten beziehungen.
im wissen um die einzigartigkeit jeder einzelnen.
gerettet hat mich am heutigen tage die spielgruppe, die iris und ich nun zum dritten mal hintereinander besuchten sowie der nachmittägliche zahnputzfee-vortrag mit einem dutzend spielender, singender und tanzender kinder inklusive mamis.
iris ist fremden menschen gegenüber ganz furchtbar schüchtern geworden, was mir sorgen bereitet und zugleich verständnis abringt.
im vertrauten menschenkreis lebt sie auf und fordert dann all meine energie.
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eben lag ich bereits im bett.
ich habe über so vieles nachgedacht.
ob ich überhaupt darüber schreiben sollte.
doch das wäre nur entsetzlicher seelenmüll.
ich würde mir stets aufs neue gedanken darüber machen, was andere über mich denken.
und weiß doch ganz genau, dass unsere probleme überall zuhause sind.
solche dinge, die einem die kehle zuschnüren lassen.
über die man meist hinter vorgehaltener hand spricht.
wie in einem winzigen dorf, in dem jeder jeden durch und durch zu kennen glaubt.
und jetzt weiß ich auch, dass es niemals dieses bedarf, nämlich betrogen oder geschlagen zu werden, dass ich genug habe.
und jetzt weiß ich auch, dass ein teil an mir liegt.
nur ein teil.
ich wünschte, es wäre besser.
dies alleine zu wünschen hilft nichts.
wenn für den anderen eh-alles-in-ordnung ist.
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ich wünsche mir eine tiefe seelenverbundenheit zugeneigt in wahrhaftiger liebe.
wollte ich je etwas anderes?
nein.
Dienstag, 20. Oktober 2009
fifteen months.
fünfzehn monate.
im badezimmer stehen frühmorgens gefährte f. und meinereiner einträchtig nebeneinander, bart-rasierend und zähneputzend.
bis wir plötzlich wie auf kommando in die gleiche richtung losrasen.
weil: in unserer küche beschäftigt sich so ein kleines wichtelmädchen mit sich selbst, ganz still und heimlich ...
mit fünfzehn monaten ist iris die klettermäxin per se.
nichts ist sicher vor ihr.
im vorangegangenen monat reichte es noch aus, die dinge in die mitte des tisches zu schieben.
und jetzt?
iris klettert auf jeden stuhl.
am liebsten auf die küchenstühle.
von da geht's auf den tisch.
blöd wenn die lebkuchenschokoladenkekse darauf herumliegen.
blöd für mama und papa.
die mit einem halben herzinfarkt davonkommen.
und mama darf alles zusammenwischen.
und dabei dem lieben gott danken, dass es nur krümel sind.
statt blut. und solchen sachen.
und papa macht noch schnell ein erinnerungsfoto.
ja, dieses foto stammt von ihm.
ich hab's bearbeitet.
und was dabei herauskommt?
sowas natürlich! ...
vor ein paar tagen lagen schätzungsweise 10 bis 15 angebissene kekse auf dem küchentisch.
eine kleine schaufel dunkler reste unter dem tisch.
von iris machten wir kein erinnerungsfoto.
seid's froh!
sonst trifft euch noch der schlag.
übrigens sind mama und papa endlich ein bisserl gescheiter geworden:
die lebkuchenschokoladenkekse haben nun einen anderen aufenthaltsort gefunden ...
Montag, 28. September 2009
the sea.
es ist ein auf und ab.
ein warten und hoffen.
eine vertrauensfrage.
ob ich soviel vertrauen noch habe?
es ist ein nächtliches tränenmeer,
das tagsüber eine totenblässe auf meinem gesicht hinterlässt.
so als sei gerade jemand gestorben.
bin ich das, die gerade stirbt?
und ich sage mir:
dies ist möglich.
miteinander zusammenleben,
sich gernhaben,
verbunden sein durch einen sonnenschein,
streiten,
böse aufeinander sein,
tiefe risse mit dem finger nachfahren,
unüberwindliches erkennen,
trotzdem das gemeinsame suchen.
ich stelle fragen.
auch hier.
ich stelle fragen, auch wenn ich die antwort schon weiß.
ich will hier so dünnhäutig wie möglich sein, so haut-herz-sichtig mit blick auf das immerwährende pochen.
den dingen, den dunklen und halsabschnürenden platz machen.
damit, wenn ich zu schreiben aufhöre, wieder mehr raum wird für die anderen.
damit das er-drückende einen namen bekommt.
damit das sich lichtende sich eines tages zeigt.
ich kenne das auf und ab.
das schweben und zermalmt-werden.
wellen-schaukeln.
die zeiten, in denen ich keinerlei worte über meine lippen brachte, sind eindeutig vorbei.
auch wenn es zeiten der wort-los-igkeit gibt.
sich mit worten ausdrücken war einmal eine überlebensfrage.
das zu lernen.
ob unwichtig hingesagtes oder tiefe lebens-erzählung.
hinhören, zuhören und sprechen.
und schweigen.
manche menschen in meiner vergangenheit verwechselten mich mit jemanden, der sich nie wehren würde.
als wäre ich zu gebrochen.
manche wurden von meiner kraft überrumpelt.
von meinem willen.
von meinem nichts-gefallen-lassen, das mit dünnhäutigkeit gar nichts am hut hat.
ein früherer arbeitskollege sekkierte mich zeitweise bis aufs blut.
eh klar. alles nur spaß.
ich lachte mit.
doch eines tages reichte es mir.
ich würde ihm den nassen fetzen ins genick schmeissen, wenn er so weitermachen würde.
er lachte nur.
drehte sich um und riss seine witzchen.
der nasse fetzen landete mit kraftvoller und präziser wurftechnik, dort, wohin ich es versprochen hatte.
von diesem moment an respektiere er mich.
wenn ich an die damalige situation denke, dann muss ich noch heute lächeln.
und wahrscheinlich lächelt er auch.
ich warte darauf, dass ich wieder so ganz unbeschwert lachen kann.
diese zeit kommt.
ganz gewiss.
als würde ich leuchten.
voller kraft sein.
frei von aller stirnrunzelei.
dort segle ich hin.
durch schluchten hindurch und über abgründe hinweg.
mit fahrfehlern und umwegen.
mit angst, zorn, wut und verzweiflung im gepäck.
neben meinem inneren kompass.
und meinen schutzgeistern, die mich führen.
das nur-tolle, schöne, leichte, alles-ist-so-einfach überlasse ich wem anderen.
das nur-schlechte, schwere, alles-und-jeden-runterziehende noch jemandem anderen.
das irgendwie so dahin leben, weil eh alles kommt wie's kommt ganz wem anderen.
das nur-so-geht's und ich-weiß-alles-besser verteile ich an sehr viele andere.
sollen die damit glücklich werden.
ich hab's mir ausgemacht, dass ich ALLES erleben werde.
ausgemacht mit mir selbst, bevor ich in dieser welt den ersten atemzug tat.
manchmal vergesse ich's, was ich mir vorgenommen habe, damals, vor so langer zeit.
und wenn es momente gibt, die ziemlich unlustig sind, könnte ich mir selber eine auf den kopf klopfen über dieses versprechen.
ach, was hab' ich noch alles zu lernen!
Dienstag, 22. September 2009
earthquake.
gestern abends:
der brennpunkt aller angespanntheit.
ein ausbruch meinerseits.
nichts als raserei.
nichts als unkontrollierte wildheit.
die absolute verzweiflung, die sich in ohrenbetäubendem löwinnengebrüll ihren weg bahnte.
in anwesenheit meiner gesamten inneren familie.
ein hilfeschrei, der wie ein steinregen in martialischem kampf herniedersauste.
ein geschluchze, laut, heiß, brüllend, voller wut und trauer.
ein geschluchze, das durch das stiegenhaus hallte, als ich die stufen von der wohnung meiner eltern zu der unseren herrunterrannte.
ein geschluchze, das immer lauter, heißer, brüllender, wütender und trauriger und nasser wurde.
das mich durchschüttelte, während ich mit dem rücken auf dem bett lag.
allein in der stillheit der räume.
ein geschluchze, das - wie ein musikinstrument das andere, am besten pauken und trompeten - begleitet wurde vom klang meiner inneren stimme, die klar und deutlich worte sprach.
ich lauschte ihr, ich hörte mir selbst zu während sie durch mich hindurchdrang, und meine lippen ihre worte formten.
ein geschluchze, das mich erbeben ließ wie selten zuvor in meinem bisher gelebten leben.
ein tosender hunderte meter tiefer wasserfall.
ein rauschen und dröhnen und sein voller wildheit und kraft.
und gleichzeitig eine stille.
wassertropfen wie in zeitlupe.
ein erdbeben meiner seele.
ein erdbeben, das mehr als zerstörung hinterlässt.
neben all dem ungewissen, fragilen, verschwommenem eine glasklare klarheit.
dass ich mich wie ein grashalm unter einem windhauch beugen will.
dass ich mich von ihm niemals brechen lasse.
dass wenn ich gebrochen werden würde, alles zerbrochene liegenlasse.
dass daraus ein samen fällt.
das dieser zu einem neuen grashalm wächst.
ein grashalm will ich sein.
ein grashalm, der mit dem wind tanzt.
und ein schmetterling, der darüberfliegt.
eine lerche, die über dem grashalm und dem schmetterling kreise zieht.
der wind, der dich lerche trägt.
der himmel.
die sonne.
der mond.
die sterne.
ein stern, der auf die erde darniederblickt.
ein tautropfen, der glitzert, im morgenlicht.
alles.
komme was wolle.
komme was wolle.
ich stehe wieder auf.
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anmerkung:
DANKE AUCH AN EUCH, die ihr mich begleitet.
mit worten.
und stillheit.
die ihr mir mehr gebt, als ihr ahnt.
jene, die hierher kommen,
jene, die hiervon fortgehen,
seid gewiss,
das auf diesen seiten sich dieses findet:
"eine erinnerung daran, wer wir wirklich sind,
ein platz, wo wir so sein können, wie wir wahrhaft sind,
eine erzählung, was wir aus unserem leben machen,
eine gewissheit, das es sinn macht, zu sein,
ein spiegel, der uns zeigt, wie unser gesicht JETZT aussieht,
das eingestehen der unvollkommenheit und
das streben nach dem, was sich liebe nennt."

